Tag der individuellen Förderung: Studie zur Nachhilfe in Japan wirft Licht auf Situation in Deutschland

29. Januar 2018

Am 1. Februar ist Tag der individuellen Förderung. Aus diesem Anlass hat der Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen e.V. (VNN) mit Bildungsforscher Steve Entrich gesprochen. Er hat zur Nachhilfe in Japan geforscht und Vergleiche zu anderen Ländern gezogen. Auch zu Deutschland. In der aktuellen Pressemeldung des VNN fasst Entrich einzelne Ergebnisse zusammen und gibt Prognosen für die Entwicklung der Bildung und der Nachhilfe in Deutschland. Die gesamte Pressemeldung lesen Sie hier.

Logo des Bundesverbands Nachhilfe- und Nachmittagsschulen e.V.
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„Wir hinken der internationalen Entwicklung hinterher.“ Zu diesem Ergebnis kommt Steve Entrich nach der Analyse des japanischen Bildungssystems bei seinem Vergleich mit der Situation in Deutschland und anderen Ländern. Als Hauptgrund für die verstärkte Nachfrage nach individueller Förderung und damit auch nach Nachhilfe in Japan sieht Entrich die Aufnahmeprüfungen an Schulen und Universitäten. Im asiatischen Raum seien sie Standard, aber auch in den USA und beispielsweise Österreich bereits weit verbreitet. Um an begehrten Schulen und Universitäten aufgenommen zu werden, ist ein überdurchschnittliches Ergebnis in diesen Prüfungen Voraussetzung. Auch in Deutschland übersteige die Zahl der Bewerber die der freien Plätze an begehrten Schulen zunehmend, weshalb auch die Einführung von Aufnahmeprüfungen in der Zukunft nicht unwahrscheinlich ist. Durch die verstärkte Nachfrage nach schulbegleitender Förderung steige konsequenterweise auch das Angebot, so Entrich.

Die Sorge, dass Nachhilfe sich zwingend nachteilig auf die Chancengerechtigkeit auswirke, hält Entrich für unbegründet. Seine Untersuchungen haben gezeigt, dass Nachhilfe selbst in einem System wie in Japan eine Chance für Kinder aus sozial schwächeren Familien darstelle. Entscheidend sei, so Entrich, wie die Schüler die Nachhilfe nutzen und ihr individueller Fleiß: „Wenn Kinder aus sozial schwächeren Familien die beschränkten Mittel richtig investieren, profitieren sie von der Nachhilfe sogar stärker als die Kinder aus bessergestellten Familien. Nachhilfe kann somit soziale Ungerechtigkeit sogar kompensieren.“

Die Erfahrungen des VNN bestätigen die Ergebnisse der Untersuchungen von Entrich: „Die Nachfrage nach Nachhilfe kommt aus den Familien. Sie reagieren auf die Entwicklungen im öffentlichen Schulsystem“, sind sich Entrich und Cornelia Sussieck, Vorsitzende des VNN, einig. „Die Eltern und Schüler nutzen unser Angebot, um ihre individuellen Bildungsziele zu erreichen“, erklärt Sussieck. Entrich bestätigt, dass Nachhilfe einen Beitrag zum Bildungssystem leistet: „Nachhilfeschulen sind Lernorte für Kinder und sollten als solche anerkannt werden.“

Um den steigenden Bedarf nach individueller Förderung zu decken, regt Entrich bspw. Kooperationen zwischen öffentlichen Schulen und Nachhilfeschulen an: „Im asiatischen Raum gibt es bereits Schulen, welche die Ressourcen des Nachhilfesystems nutzen, indem sie Kooperationen eingehen. Auch direkt staatlich geförderte Nachhilfeschulen existieren bereits, bekannt als ‚Mirai Juku‘, Lernorte der Zukunft.“

Weitere Informationen zum Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen e.V. und seinen Mitglieder finden Sie auf der Website des VNN.

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